Exponate in der Anscharkirche

 

Der Namensgeber unserer Kirche

Ansgar

 

 

Auf Initiative des Fördervereins der Anscharkirche, bekam der Bildhauer Manfred Sihle-Wissel aus Brammer den Auftrag, den Namensgeber der Kirche, Ansgar, in die Kirche zu bringen.

Eine 1,70 m hohe Bronze Plastik sollte Ansgar darstellen. Dynamisch nach vorn gewandt, die eine Hand offen nach vorn gestreckt, die andere am Kopf, so dass er für die Vorwärtsbewegung auf Gottes Stimme zu lauschen scheint.

Zwölf kleine Statuen wurden angefertigt und verkauft, um die Gesamtkosten von ca. 40.000 DM aufzubringen. Für diese 12 Figuren verzichtete der Künster auf sein Honorar. (s. Festschrift von 2013, P. Bemmé)

 

 

 

Es werde Licht

Licht

 

Ein neues Lichtkonzept

 

 „Anscharkirche erstrahlt in neuem Licht“

So konnte man es in der Zeitung am 26. November 2009 lesen. Fast 8 Jahre lang beschäftigte sich der Kirchenvorstand mit der Planung für die neue Wand- und Licht-Gestaltung der Stadtkirche, die zuletzt in schlichtem Weiß gestrichen war. Im Juni 2008 hatte der Kirchenvorstand beschlossen, aus Rücklagen der Kirchengemeinde, Spendenmitteln und mit Zuschüssen vom Kirchenkreis die Sanierung der 1913 gebauten Kirche umzusetzen. Die Gemeinde beteiligte sich unter anderem mit der Spendenaktion „Licht für Anschar“ an den Kosten.

Die Ausgangssituation war die, dass die Anscharkirche mit mehrflammigen Kronleuchtern mit Glühlampen beleuchtet wurde, die von dem Tonnengewölbe ab gependelt waren. Die Kronleuchter hingen sehr hoch, damit der Blick von den Emporen zu Altar und Kanzel nicht gestört wurde. Die Emporen und der Bereich unter den Emporen wurden mit Wandleuchten mit Glühlampen beleuchtet. Der Chorraum mit zwei Flutern im Gewölbe erhellt. Man wünschte sich mehr Licht, mehr Helligkeit, mehr Transparenz. Hinzukommt, dass der Tageslichteinfall in der Anscharkirche durch die farbverglasten Fenster über den Emporen sehr gering ist. Der Chorraum und die Bereiche unter den Emporen haben keine Fenster. So war der Chorraum durch die braunrote Klingerwand und die hölzernen Stelen vor dieser Wand ein strenger, dunkel wirkender Raum. Die Pastoren und Pastorinnen hebten sich im schwarzen Talar am Altar kaum von der Klinkerwand ab. Der dunkle Chorraum sollte in Zukunft heller erleuchtet werden. Das Licht für die Anscharkirche sollte in enger Abstimmung mit dem Farbkonzept und der Raumschale erfolgen, Die neue Beleuchtung sollte die Farbigkeit, die Reflexionswerte und die Gestaltung berücksichtigen.

 

Folgende Aufgaben galt es zu lösen:

    •    Die Kirche soll einladend, freundlich und festlich wirken

    •    Sie soll in ihrer Schönheit und ihrer strengen Raumgliederung erlebbar werden

    •    Der Altarbereich mit Altar und Kanzel und der Bereich der Stufen vor dem Altar sollen heller beleuchtet sein als das Kirchenschiff, denn der Blick der Gottesdienstbesucher richtet sich immer auf den hellsten Bereich eines Raumes.

    •    Als Konzertkirche soll die Anscharkirche eine angemessene Konzertbeleuchtung an allen Orten im Kirchenraum erhalten, an denen musiziert wird. Das heißt der Altarbereich muss für Konzerte, in denen die Musizierenden stehen, heller zu beleuchten sein als für den Gottesdienst.

    •    Ebenso soll die Orgelempore besser ausgeleuchtet werden, wenn dort Chöre gemeinsam mit der Orgel musizieren.

    •    Die Anscharkirche soll energieeffizient beleuchtet werden. 

 

 

Um dieses Projekt umzusetzen, ging der Kirchenvorstand auf die Stuttgarter Lichtplaner Kreuz +Kreuz zu und ließ sich beraten. Schon die ersten Treffen waren überzeugend, so dass der Auftrag an die Architekten und Lichtplaner Kreuz + Kreuz aus Stuttgart erging. Diese haben sowohl das neue Farbkonzept für die Kirche entwickelt, als auch mit moderner Lampen- und Lichtsteuertechnik eine Beleuchtungslösung realisiert, die bis heute gestalterisch überzeugt.

Den Auftrag für die Umsetzung und Planung des Gesamtkonzeptes erhielt der ansässige Architekt Herr Kekeritz.

 

Es werde Licht

Betritt man die Anscharkirche, so wird der Blick nach oben geleitet. Zwei schlanke Lichtprofile, jeweils 13, 6m lang folgen in ihrer Kontur dem Verlauf der Empore und fügen sich so mit ihren mehrfach schalt-und dimmbaren Lichtkomponenten unauffällig in den Raum ein.

Durch diese neue Lichtkonzeption kommt der warme Holzton der Stelen des Altarblattes von Otto Flath sehr gut zur Geltung, die Lichtelemente des

 Altarbildes von Illo von Rauch-Witttlich und der braunrote Klinker des Altars treten dagegen optisch zurück.

Rechteckige Wandleuchten erhellen die Seitenemporen und die Fensternischen. Die Orgelempore hat eine Konzertbeleuchtung mit vier Flutern erhalten. Das blaue Gewölbe hinter dem Freiprospekt der Orgel wird mit zwei Leuchtstofflampen aufgehellt. Die Orgelpfeifen wirken durch eine neue Hinterbeleuchtung wie über der Empore schwebende Engelsflügel.

In der Turmkapelle und in den beiden Vorräumen wurden Standard- Lichtprofile installiert.

Die Lichtprofile wurden in sechs Schalt-und Dimmgruppen aufgeteilt, so dass der Verbrauch der gedimmten Lampen bei den verschiedenen Gottesdiensten und Veranstaltungen wesentlich niedriger ist als zuvor.

Um ganz individuell die richtige Lichtstimmung zu erzeugen sind alle Leuchten über ein EIB/KNX Bussystern mit integrierter Lichtsteueranlage zu schalten und zu dimmen. 24 Lichtszenen, von festlicher Lichtfülle bis zu Kerzenflammenhelligkeit, sind programmiert und können von einem Touchscreen am Platz des Küsters abgerufen werden. Die 10 Hauptlichtszenarien können über einen frei zugänglichen Taster aktiviert werden. Die insgesamt 123 Lampen in den 24 Schalt- und Dimmgruppen lassen sich auch einzeln schalten und zu individuellen Lichtszenen zusammen stellen.

 

 

 

Die Ära in Blau

Ein langer Weg wurde beschritten. Der ursprüngliche Planungsauftrag für die Architekten Kreuz+Kreuz war die Verbesserung der elektrischen Beleuchtung, jedoch ergab sich während der Planung eine Erweiterung des Auftrages in Richtung eines gestalterischen Gesamtkonzeptes.

Zunächst einmal wiesen die Architekten Kreuz+ Kreuz auf einen Widerspruch zwischen Außen und Innenraum hin. Der prachtvolle Außenbau lässt eine nüchterne Innenatmosphäre nicht erwarten. Der in weiß gestaltete Innenraum der Kirche wirkte im Gegensatz zur Außenfassade nüchtern. Deshalb habe man sich zu einer starken Farbigkeit im Inneren entschlossen. Die Architekten Kreuz und Kreuz schlugen der Gemeinde zwei Farbalternativen vor. Zunächst ein warmer Goldockerton. Dieser wurde abgelehnt, da man die Farbe als zu „Soßig“ „ empfand. Humorvolle Zungen sprachen auch von der „Puddingkirche“. Mit viel Mut und Weitsicht hat man sich darauf geeinigt, den ganzen Innenraum der Kirche Blau zu lasieren, um einen Kontrast zur warmen Farbigkeit der Klinker und des Holzes zu bilden. Mit dieser Farbigkeit wurde das Gewölbe wie das Himmelszelt über Kirchenschiff und Chorraum geöffnet. In fünf Arbeitsschritten wurde die Farbe aufgetragen.

Die Altarwand in einem kräftigeren Blau, alles in weicher, verschwommener Lasierteachnik, damit die Flächen nicht zu unruhig wirken. Da wahrscheinlich die nächste Renovierung erst in 25-30 Jahren ansteht und die Farbe durch Verschmutzung an Intensität verliert, achtete man darauf, das Blau nicht zu schwach zu wählen. Die Heizkörper wurden farblich angeglichen, die Fensternischen unter der Empore geschlossen. Ferner wurde die mittlere Tür, also die zur Taufkapelle, als Ausgang gewählt und die Fläche hinter dem dortigen Wandkreuz in dem selben Blau gehalten wie in der Kirche, um die Mittelachse zu betonen. Die Wände der Kapelle wurden ebenfalls blau gehalten, die Laibungen von Fenstern und Türen im klarem weiß. Die beiden Eingangsräume erhalten einen grauen Wandanstrich, Deckelspiegel und Laibungen werden rein weiß. Man war sehr darauf bedacht, dass die farbige Kunstverglasung der Fenster über den Seitenemporen sich harmonisch in das neue Farbkonzept einfügt.

Lange hat man darüber debattiert, welcher Maler in der Lage sei, diese Arbeit zu verrichten. Kreuz+Kreuz schlugen einen Handwerker ihres Vertrauens aus dem Raum Stuttgart vor. Der Wunsch des Kirchenvorstandes war unter den ansässigen Handwerkern sich umzuschauen und so ging der Auftrag an die Firma Thullesen. Um eine Einheitlichkeit in der Lasiertechnik zu bewahren, konnte es nur ein Mitarbeiter diese Arbeit verrichten. Die Wahl fiel auf den Gesellen Michael Bockelmann.

 

2011 entschloss man sich in der Taufkapelle für einen Gebetskerzenständer der Firma Jaspers in Hopsten. Sein Platz hat er unter dem mit Messing belegten Kreuz. Mit seiner runden Form spiegelt er das Halbrund der Apsis. Das Gold des Kreuzes wird in den 36 feuervergoldeten Brenntellern wieder aufgenommen, die auf drei Ebenen angeordnet sind. Die patentierten Brennteller der Firma Jaspers in Hopsten sind so konstruiert, dass die schlanken Gebetskerzen mit Spezialfuß rückstandslos verbrennen. Die Tüllen lassen durch Perforierungen Sauerstoff an den Kerzenfuss, so dass eine vollständige Verbrennung des Wachses erfolgt. Anders als bei den häufig in Kirchen eingesetzten Teelichten in Kunststoff- oder Aluminiumbechern entsteht keinerlei Abfall. Für Spenden gibt es einen Opferstock, in dem auch die Kerzen für stille Beter bereitliegen.

1 Siehe Zeitschriftenartikel: Kreuz, Eva Maria: Licht und Farbe für die Anscharkirche Neumünster. Lichtlösung mit vielfach schaltbaren und dimmbaren Lichtkomponenten, Planende Institution: Kreuz und Kreuz (Sonderfachmann), Artikel Licht, Jg.:62, Nr. 3,2010, S. 132-135

2 s. o. S. 133

 

 

 

Otto Flath Altar

 

 

 

 

Der Gesamtaltar

1950 beginnt Otto Flath mit seinem Werk " Offenbarungsaltar".

 

 Ca 1950 bekommt OTTO FLATH einige Lindenstämme.  Sie stammen von einer Baumallee und konnten vor dem Verheizen bewahrt werden. Er beginnt mit dem Schaffen des Offenbarungsaltars. Otto Flath hat in seinem Leben immer wieder erfahren müssen, wie alles im Leben der Vergänglichkeit unterworfen ist. Im Gegensatz dazu tragen die Worte der Offenbarung den Charakter der Ewigkeit in sich. Flaths tiefer Glaube verhalf ihm dieses Werk zu schaffen, nicht um sich von der Schwere der Gegenwart auffressen zu lassen, sondern um mit Hoffnung die Heilung Gottes zu erwarten. 

 

Wann Propst Steffen von diesem Altar erfahren hat, ist nicht dokumentiert. Als der Altar im April 1950 fertig ist, fährt Steffen nach Bad Segeberg und ist bald entschlossen, nach einem Spender zu suchen. Es gibt großen Widerstand diesen Altar aufzustellen. 

 

Die Wende bringt ein Anruf zum Geburtstag von Propst Steffen. Eine Fabrikantenfamilie aus Neumünster ist bereit den Altar zu stiften. Erfreut teilt er dies dem Kirchenamt mit, denn dort hat der Vorsitzende des landskirchlichen Bauausschusses davor gewarnt, so viel Geld in die Hand zu nehmen.  

Als dieser Ausschuss eine Ortsbesichtigung in Neumünster vornehmen will, hat Steffen es in der Nacht zuvor geschafft, den Altar hier aufzustellen, obwohl der Innenausbau der Kirche noch nicht abgeschlossen war. Die Kieler können nun nichts mehr ändern.

Der Flathaltar beherrscht den Raum. Er steht frei auf einer zwei Meter hohen, geputzten  Mauer, die etwa ein Meter von der Wand abgerückt ist. Er erinnert an die Schrecken des Krieges, unter denen der aus dem Baltikum stammende Flath auch zu leiden hatte. 

Sein Thema: die Apokalypse des Johannes, das letzte Buch der Bibel. 

 

   

 

 

 

Der Seher Johannes sieht in den offenen Himmel, hört die Stimme Gottes,  „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der da ist, der da war und der da kommt, der Allmächtige.“  

Otto Flath glaubte daran, das alles Weltliche dem Zerfall unterliegt, aber in der Offenbarung sieht er das Zeugnis der Macht Gottes, die allein in der Lage ist, den gottfernen Menschen aus seiner selbstgenügsamen und von seinem Schöpfer getrennten Lebenssituation zu retten.

 

In der Offenbarung lesen wir: 

Ich, Johannes, wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme, die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea. Off. 1, 9ff

 

  

 

 

Bild die  Sternenhand 1,13.16.20

Und ich Johannes sah einen, der war einem Menschensohn gleich. Er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand. 

 Sie sind Engel der sieben Gemeinden. (1.13.16.20)

 

Johannes erinnert sich an die Worte Jesu: ich und der Vater sind eins“.  In Jesus Christus hat Gott den Himmel mit der Erde verbunden, sozusagen eine Brücke geschlagen. 

 

Alle, die auf Erden zu Jesus gehören, sind Kinder Gottes im Himmel.

    •    Der Seher Johannes schaut in den Himmel und sieht die für Menschenaugen unzählbaren Völker vor Gott, der sie einzeln kennt und ruft, weil sie zu ihm gehören: "Eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen".

    •    Wir können das Buch der Offenbarung so lesen, dass darin die Grenze durchlässig gezeigt wird, von der wir meinen, dass sie die Erde zum Himmel hin abgrenzt. Für Flath ist die Offenbarung nicht etwas, was erst kommen wird, sondern es ist eine tiefere Sicht, dass auch im Schweren der Welt, gegen den Augenschein,  Gott mitten in der Welt zugegen ist. Im tiefen Glauben wird diese Welt durchlässig.

 

  

 

 Kreuz 

  Das Kreuz Jesu ist daher so etwas wie ein Schlüssel zum Himmel, weil darin die völlige Hingabe Gottes offenbar geworden ist. Wenn Jesus sagt, "Ich und der Vater sind eins", dann sagt er damit, dass in seiner Liebe und Hingabe Gott, der Vater gegenwärtig ist. Aber weil dies in dem Menschen Jesus geschieht, ist es zugleich der Weg, auf dem Menschen aus "allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen" Zugang zum Himmel erfahren. 

 

 

    •    Himmel und Erde sind nicht dasselbe. Niemand weiß das besser, als die Offenbarung des Johannes, der mitten "aus der großen Bedrängnis" und der Verfolgung kommt, Auch Flath und die Menschen, die seine Altäre in dieser Zeit sehen,  kennen den grausamen Krieg. Und schauen in den Himmel. Und so ist die Offenbarung   Gottes auch eine Gegenwartserfahrung mitten im Leid. Dieser Gedanke, dem Otto Flath so nachgehangen hat und auch immer wieder in seinen Aquarellen zum Ausdruck brachte, ist den Menschen abhanden gekommen.  Es ist die Erfahrung aller Menschen, die ihr Leben nicht krampfhaft festhalten, sondern sich öffnen für die hingebende Liebe. Für die Liebe, die den Tod nicht scheut. Diese Liebe ist  eben immer auch himmlische Gegenwart: 

         dieser Gott ist der Gott der Gegenwart und des Todes. In Mitten der gekrümmten und verängstigen Menschen erinnert das Kreuz die Verängstigten und die Verfolgten , die Fliehenden und die Gefangenen, die Leidenden und Sterbenden, die Kleingläubigen und die in ihrem Glauben Bedrohten, dass die Macht dessen schon gebrochen ist, der auf Erden Angst und Schrecken verbreitet. 

 

 

Ich sah um den Thron vier himmlische Gestalten. Die erste Gestalt war gleich einem Löwen, Stier, Mensch, Adler

  

 

 

 

 

 

 

 

 

Die zweite  Gestalt war ein Stier

 

Bild Mensch

 

Die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch

 

Bild Adler

 

Und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler. 

Und eine jeder der vier Gestalten hatte sechs Flügel, und sie sprachen: Heilig , Heilig heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt. 84,6-8)

Diese vier Gestalten wurden später mit den vier Evangelisten gleichgesetzt. Markus der Löwe, Lukas, der Stier, Matthäus, der Mensch Engel, Johannes der Adler. Die Offenbarung stellt uns Gottes Herrlichkeit vor Augen, damit wir von den Dingen der Welt uns nicht blenden lassen. Alles in der Welt ist vergänglich. 

Allein Gott, ist beständig. 

Er allein ist allmächtig und ewig und unserer Bewunderung, Verehrung und Anbetung würdig. 

 

 

 

 

Bild das Lamm

 

"Das Lamm in der Mitte des Thrones wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.“

 

„ Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel.  Offenbarung 5,6-12

Um ein Buch geht es hier, genauer: um das Öffnen eines Buches, das siebenfach versiegelt ist. Darum, dass wir uns öffnen für eine Zeit der Erwartung und für das, was kommen wird, dass wir uns öffnen für den, der kommen wird. Das geheimnisvolle Buch mit den sieben Siegeln – bis heute von uns sprichwörtlich für alles schwer Verständliche gebraucht 

Werden jedoch seine Siegel aufgebrochen, dann tun sich Visionen auf. 

So wie hier: Gestalten kommen ihm entgegen, 

 

Bild 4 Reiter

 

Die vier apokalyptischen Reiter auf der zweiten von links und der zweiten von rechts

vier Pferde – Der Anführer auf einem weißen Pferd. Weiß steht für die Sieger. Er trägt den Bogen, die Waffe mit der größten Reichweite. Der zweite Reiter kommt rot daher. Er verbreitet Blut und Zerstörung. In seiner Hand trägt er das Schwert, die Waffe des Nahkampfes. Dann kommt der schwarze Reiter in seiner Hand trägt er die Waage. Er steht für den Hungersnot und das die Waren immer teurer werden. Und schließlich der auf dem fahlen Pferd, der Tod. 

Und in ihrem Gefolge geschehen schreckliche Dinge, wird Gericht über die Menschen und die ganze Welt gehalten.Der Seher bricht in Tränen aus, doch einer von den Ältesten tröstet ihn, seelsorgerlich. 

 Und schließlich sieht er das Lamm.

 

Bild Das Lamm

 

Das Lamm nimmt das Buch. Das Lamm, der gekreuzigte Mensch, der Nachkomme Davids, Jesus Christus, der selber das volle Gericht getragen hat, das sich im jagenden Galopp jener Pferde vollzieht, das Lamm enthüllt, was es mit unserer Geschichte und Wirklichkeit auf sich hat, 

 

Bild Die Frau 12,5

Die dämonische Welt, wird dargestellt in der Gestalt der „Drachen“.  Und es entbrannte ein Kampf im Himmel. Sie wollen die himmlische Frau verschlingen, doch sie ist geschützt. Sie schenkt das Neue, das Leben selbst, hält das göttliche Kind im Arm. Die Todesursachen können ihm und ihr nichts anhaben. 

Er hat den Tod besiegt, mit ihm beginnt die Neue Schöpfung. Das Alte geht,  hat keine Macht mehr. Gott selbst aber rettet die, die Kinder des Lichts, durch den Tod hindurch und führt sie zur „Neuen Stadt Gottes“.

 

Drachenkampf im Himmel

 

Michael und seine Engel kämpfen gegen den Drachen. Und der große Drache wurde hinausgeworfen. Als Verführer der Erde, als Durcheinanderwerfer, als Diaboli verführt er die Welt.  

 

 

Bild gesamter Altar. 

 

Am Ende siegt der Christus. Wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens, umsonst.

 

Nach dem Krieg konnten sich die Menschen in den Bildern des Altars spiegeln. Doch die Zeit ging ins Land und die Lebenssituation verbesserte sich und man sah nicht mehr den Christus der heilt, das neue Jerusalem, sondern sah sich gefangen in den Wirren der Welt und dieses dunkle Bild des Altars konnte man nicht mehr ertragen. 

Anfang der 80er Jahre wird in die Kirche eingebrochen. Das Altartuch hat man versucht, in Brand zu stecken. 

 Man ist sich einig, dass nach Abschluss der Renovierung des Gemeindehauses auch das Innere der Kirche einer Renovierung bedarf, 

 

Die wichtigste Frage: Soll der Flathaltar, dessen Thematik und Ausführung immer wieder Anlass zu hitzigen Debatten gegeben hatte, weiterhin den Kirchenraum so beherrschen? Architekt Hein entwickelt eine Lösung, die die Zustimmung aller findet. 

 

►Die beiden Stufen, auf denen der Altar stand, sind verschwunden, so dass um den Altar eine größere Fläche entstanden ist. Die amtierenden Geistlichen kommen der Gemeinde etwas näher; Chöre und Instrumentalgruppen haben mehr Platz. 

► Der Flath-Altar wird in den Hintergrund an die Wand gerückt. Er steht jetzt höher auf drei gleichfarbigen dicken Balken, die für eine gewisse Distanz sorgen. 

Das Mauerwerk, auf dem der Altar stand, ist jetzt leicht gerundet, mit dunklen Steinen aufgemauert, die dafür sorgen, dass – die wichtigste Änderung – die sieben Glasbilder von ILlo Rauch-Wittlich in kräftigen Farben umso heller aufleuchten. Sie laden ein, das Erschrecken über die apokalyptischen Zustände der Welt im 2. Weltkrieg abzulösen durch Meditationen über die Kernstücke unseres Glaubens: 

Weihnachten, die Heilige Schrift, das Abendmahl die Taufe, die Nächstenliebe, und die Gemeinde – dargestellt als Schiff: Das Schiff, das sich Gemeinde nennt. In der Mitte das bekannte Christussymbol, das griechische Chi und Rho. Das wir auch in einem der Kirchenfenster haben.

In einem weiteren Schritt wird die beherrschende Stellung der Flath-Stelen noch stärker zurückgenommen   Das dunkle Mauerwerk wird hinter den Stelen nach Oben hin verlängert. zugleich wird ihr Lindenholz leicht gedunkelt, so dass der Kontrast zum Mauerwerk zurückgenommen wird. Der farbliche Gegensatz zwischen Mauerwerk und Wand wird abgemildert:

 

In Mittelpunkt steht der Glaube an unseren Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat.

 

 

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